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28.03.14

Yellen und Weidmann treiben es auf die Spitze

Notenbanken hassen es, leicht ausrechenbar zu sein. Dass es jedoch zwei führende Zentralbanker derart auf die Spitze treiben, damit hat niemand gerechnet. Fed-Chefin Janet Yellen positioniert sich plötzlich als Zinsfalke. Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann zündet eine Nebelkerze. Er kann sich plötzlich Wertpapierkäufe vorstellen.

Der Euro reagiert empfindlich auf Yellen und Weidmann. Die Gemeinschaftswährung sinkt im Wochenverlauf von 1,3877 Dollar auf 1,3705 Dollar. Gegenüber dem Schweizer Franken fällt der Eurokurs von 1,2338 auf 1,2175.

Für die einen war es ein Patzer, für die anderen Kalkül. Die Rede ist von dem Presseauftritt der Chefin der US-Notenbank letzte Woche. Niemand hatte damit gerechnet, dass Yellen bereits für die Jahresmitte 2015 eine Leitzinserhöhungen in den USA in Aussicht stellen könnte. Der US-Dollar profitiert von der Zinsfantasie.

Yellen ist seit jeher als eine Verfechterin einer extrem lockeren Geldpolitik bekannt. Es ist ein wenig paradox, dass sich ausgerechnet die Fed-Chefin mit der von ihr eingebrachten Zinerhöhungsfantasie dogmatisch nun dem Chef der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, nähert.

Dem aktuellen Bundesbankchef, wie all seinen Vorgängern, ist eine zu laxe Geldpolitik ein Dorn im Auge, was auf die Erfahrungen mit der Hyperinflation und Sparerenteignungen zu Zeiten der Weimarer Republik zurückgeht. Umso bemerkenswerter ist es nun, dass sich Weidmann plötzlich den Ankauf von Staatsanleihen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) vorstellen kann.