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09.03.14

SNB wird Euro keinesfalls unter 1,20 Franken schlüpfen lassen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) fürchtet sich vor einer Eskalation der Krise in der Ukraine. In Zürich prüft man sehr genau, wie sich der Konflikt auf den Außenwert des Schweizer Frankens auswirkt. Weil kein Ende der Krim-Krise in Sicht ist, stellt SNB-Präsident Thomas Jordan dem Euro-Mindestkurs eine Blankovollmacht aus.

"Wenn es gelingt, den Konflikt bald zu deeskalieren, werden die Auswirkungen beschränkt bleiben", sagte Jordan im Gespräch mit dem Tagesanzeiger (Samstagsausgabe). "In solchen Situationen der Verunsicherung kann es immer einen gewissen Aufwertungsdruck auf den Franken geben". Damit dürfte der SNB-Chef auf den Absturz des Euros auf 1,2104 Franken anspielen.

Franken-Schuldner freuen sich insbesondere über folgende Aussage: "Wenn nötig, werden wir den Mindestkurs auch künftig durch den Kauf von Devisen in unbeschränkter Höhe verteidigen", erklärte Jordan. Die Buchverluste eines in Schweizer Franken aufgenommen Fremdwährungskredites sind damit auf ein Euro-Wechselkursniveau von 1,20 Franken begrenzt.

Zuletzt notierte der Euro mit fallender Tendenz bei 1,2180 Franken. Das Devisenpaar befindet sich in einem Zwiespalt. Die Ukraine-Krise spricht für einen stärkeren Schweizer Franken. So könnten die Kapitalzuflüsse in die Eidgenossenschaft beträchtlich ausfallen, zumal der Krisenherd in Europa liegt und erste Ansteckungseffekte bereits in Ungarn zu beobachten sind.

Auf der anderen Seite hat die Europäische Zentralbank (EZB) am vergangenen Donnerstag klar gemacht, dass sie weiteren Leitzinssenkungen widerstehen wolle. Der Übergang von einer expansiven zu einer stabilen Geldpolitik spricht für einen Anstieg des Euro-Franken-Kurses.