Dieser Blog wurde unterbrochen und wird voraussichtlich ab September 2018 mit einem neuen Themen-Schwerpunkt fortgesetzt.

08.12.13

Ist bei EUR/CHF 1,2214 Schluss mit der Talfahrt?

Für den Euro scheint Hopfen und Malz verloren zu sein. Gegenüber dem Schweizer Franken geriet die Gemeinschaftswährung in den letzten sieben Handelstagen unter die Räder. 1 Euro kostet inzwischen nur noch 1,2214 Franken. Kommt es jetzt zu neuen Aktionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB)?

Das "Ja zur Franken-Untergrenze" wird die SNB bei ihrer vierteljährlichen Sitzung am 12. Dezember wohl ganz sicher bekräftigen. Notenbankchef Thomas Jordan und sein Vize Jean-Pierre Danthine haben bei öffentlichen Auftritten in den vergangenen Wochen klargemacht, dass sie am Euro-Mindestkurs bei 1,20 Franken festhalten werden.

Mit der Repetier-Rhetorik drehe sich die SNB wie eine Schweizer Uhr im Kreis, sagen Kritiker. Der jüngste Rückgang beim Eurokurs CHF zeige dies. Die Devisenmärkte würden sich mit dem Ankündigungspräsidenten Thomas Jordan nicht länger zufrieden geben. Man wolle Taten sehen.

Forward-Guidance

Der Eurokurs sinkt derzeit ganz offensichtlich nicht, weil die Gemeinschaftswährung schwach auf den Beinen steht. Dies zeigen die Euro-Höchstkurse gegenüber dem US-Dollar bei 1,3705 und zum Yen bei 141,05. Vielmehr geht es mit dem Euro CHF den Bach hinunter, weil die steigende Teuerung in der Schweiz dem Devisenpaar die Kursfantasie raubt.

Wegen dem deftigen Anstieg der Inflationsrate um 0,4 Prozentpunkte sei eine Erhöhung des Mindestkurses auf EUR/CHF 1,25 extrem unwahrscheinlich geworden. Es seien jedoch genau diese Anhebungsspekulationen gewesen, die dem Euro im Jahr 2013 in vielen Situationen Rückenwind gegeben hätten, meinen Devisenhändler.

Bei ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag könnte sich die SNB dazu gezwungen sehen, etwas zu liefern, um die Talfahrt des Euros zu unterbrechen. Vorstellbar wäre eine mehrjährige Forward-Guidance auf niedrige Leitzinsen.

Sollte Jordan über Ankündigungen nicht hinauskommen, könnten ihm die Devisenmärkte dafür die Quittung geben, in dem sei den Euro auf 1,20 Franken abverkaufen.