Dieser Blog wurde unterbrochen und wird voraussichtlich ab September 2018 mit einem neuen Themen-Schwerpunkt fortgesetzt.

01.10.13

Euro steigt auf 1,2253 CHF nach US-Shutdown

Der Eurokurs reagiert positiv auf den ersten Stillstand der amerikanischen Bundesverwaltung seit 17 Jahren. Gegenüber dem Schweizer Franken klettert die Gemeinschaftswährung von 1,2216 auf 1,2253. Der sogenannten Shutdown scheint von den Finanzmärkten bereits eingepreist worden zu sein. Niemand hat damit gerechnet, dass sich Demokraten und Republikaner einigen können.

Noch reagieren die Aktienmärkte gelassen. Dies könnte sich jedoch ändern, weil in zweieinhalb Wochen die bei 16,7 Billionen Dollar liegende Schuldenobergrenze durch den US-Kongress angehoben werden muss. Der Zwist in Washington dürfte sich daher noch über Wochen hinziehen. Beobachter schätzen die Chancen für Einlenken der Republikaner bisher als gering ein.

Der Druck von den Finanzmärkten müsse steigen, wie im Herbst 2008, als die republikanische Partei dem Bankenrettungsplan TARP zunächst nicht zustimmte. Als die Börsen daraufhin einbrachen und die direkt gewählten Abgeordneten in ihren Wahlkreisen mächtig unter Druck gerieten, lenkte die Grand Old Party schließlich ein.

Italien

Nun richtet sich der Fokus erst einmal auf Europa. Italiens Premierminister Letta hat für Mittwoch die Vertrauensfrage in beiden politischen Kammern angekündigt. Im Oberen Haus, dem Senat, hat Letta ohne die Berlusconi-Partei PdL keine Mehrheit. Berlusconi und der Parteichef der Protestbewegung "Fünf Sterne", Beppe Grillo, fordern bereits Neuwahlen.

Käme es in diesem Jahr zu dem zweiten Urnengang in Italien, könnte der Euro sehr rasch unter 1,22 Franken wegsacken. Berlusconi würde wahrscheinlich erneut ein sehr gutes Wahlergebnis einfahren, weil er sagen kann, dass er die unter seinem Nachfolger Mario Monti eingeführte Immobiliensteuer wieder abgeschafft hat und gegen eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ist.

Darüber hinaus dürfte es dem Medienmogul gelingen auf seine Regierungszeiten zu verweisen, in denen es den Italienern wirtschaftlich besser ging als derzeit. Als Berlusconi regierte, konnte Italien noch auf Pump leben.