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25.10.13

Euro notiert zum Wochenausklang fester bei 1,2350 CHF

Einen feuchten Kehricht schert sich der Wechselkurs des Euros derzeit um zentrale Fundamentaldaten. Zum Wochenausklang legt die Einheitswährung zu, obwohl der Ifo-Geschäftsklimaindex für eine negative Überraschung sorgt. Auch an den Aktienmärkten geht es weiter nach oben. Billiges Zentralbankgeld, nicht robuste Unternehmensgewinne, ist die Antriebsfeder.

Der Eurokurs steigt während des US-Freitagshandels zwischenzeitlich bis auf 1,2350 Franken. Am Mittwoch stand das Devisenpaar bei 1,2282. Derweil markiert das Euro-Dollar-Verhältnis ein frisches Zwei-Jahres-Hoch bei 1,3833. Der Dax überspringt die Schwelle bei 9.000 Punkten und erreicht bei 9.010,65 Zählern einen Rekordstand.

Nach fünf Monaten Anstieg in Folge ist der Ifo-Index wieder gefallen. Das auf 7.000 Unternehmen beruhende Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft sank von 107,7 Punkten im September auf 107,4 Zähler im Oktober. Analysten hatten mit einer Verbesserung auf 108,2 Punkten gerechnet.

Allmählich könnten die Aktienmärkte außer Kontrolle geraten. Die US-Notenbank Fed betreibt eine aktive Staatsfinanzierung über die Druckerpresse. Von temporären Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur kann längst keine Rede mehr sein. Notenbankchef Ben Bernanke begann im Dezember 2008 damit Anleihen zu kaufen. Er hält an seinem Kurs bis heute fest.

Bodyguards

Bernankes größter deutschsprachiger Kritiker ist wahrscheinlich der Schweizer Starinvestor Mark Faber. Aus Fabers Sicht ist die Fed ein enger Zirkel von Akademikern, die noch keinen Tag in ihrem Leben gearbeitet hätten. Sie wetteten mit dem Geld anderer Leute und sicherten sich nach ihrem Ausscheiden aus der Zentralbank lukrative Beratungsdienste in der Finanzbranche.

Die neue Fed-Chefin Janet Yellen ist eine der höchstdekoriertesten Akademikerinnen der Branche. In der Theorie kann sie wissenschaftlich vollkommen fundiert beweisen, dass das massive Anleihekaufprogramm (QE3) der Fed eine große Hilfe dabei ist Amerikas wirtschaftliche Probleme zu lösen.

Yellen könnten aber die "Soft Skills" fehlen. Ihr wird nämlich nicht zugetraut im entscheidenden Moment aus der expansiven Geldpolitik auszusteigen und die Zügel anzuziehen, wie es beispielsweise Paul Volcker zu beginn der 1980er Jahre tat. Volcker war damals als Fed-Chef so unpopulär, dass er nur mit Bodyguards auf die Straße gehen konnte.