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29.07.13

Euro zum Franken schwach, Hellas Schuldenschnitt so oder so

Der Euro notiert zum Schweizer Franken am Montagnachmittag bei 1,2325. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble schließt einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland aus. Irgendetwas müsse aber passieren, sagen die meisten Experten. Athens Staatsverschuldung ist nämlich schon wieder fast dreimal so hoch, wie es die Euro-Verträge erlauben.

An den Finanzmärkten schaut man mit großem Argwohn auf Griechenlands öffentlichen Schuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Zum Ende des ersten Quartals 2013 lag der Verschuldungsgrad bei 160,5 Prozent des BIP. Gemäß dem Troika-Rettungsplan soll die Schuldenquote bis zum Jahr 2020 auf 120,5 Prozent sinken.

Aus eigener Kraft scheint das für Hellas kaum zu schaffen zu sein. Die privaten Besitzer von griechischen Staatsanleihen hat man bereits beim ersten Schuldenschnitt vor knapp zwei Jahren um 100 Milliarden Euro geschröpft. Darüber hinaus steht fest: Weder der Internationale Währungsfonds (IWF) noch die Europäische Zentralbank (EZB) können bzw. dürfen Griechenland auch nur einen Cent erlassen.

Die Euro-Geberländer sind somit gefragt. Die öffentliche Hand muss einen Teil der an Griechenland ausgereichten Kredite abschreiben. Einen klaren Schuldenschnitt, wie bei den privaten Gläubigern, will die Eurogruppe jedoch vermeiden. Es dürfte damit auf eine Verlängerung der Kreditlaufzeiten und eine Senkung der Zinsen für Griechenland hinauslaufen.

Auf lange Sicht laufen Griechenlands Inflationsrate und Schuldzinsen zusammen. Es findet eine kalte Enteignung auf Kosten der Steuerzahler in den Geberländern statt. Weil es sich dabei um einen langjährigen Prozess handelt, kann sich Schäuble in die Öffentlichkeit stellen und einem Schuldenschnitt offiziell eine Absage erteilen. Darüber hinaus ist seine Zukunft als Finanzminister nach den Bundestagswahlen ungewiss.