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03.06.13

Mit Merkels-Wahlversprechen steigt der Euro auf 1,2462 CHF

Schuldenbremse war gestern! Angela Merkel verspricht Deutschland ein Konjunkturprogramm. Rund 30 Milliarden Euro will die Bundeskanzlerin nach den Wahlen im Herbst verteilen. Dem Eurokurs gefallen Merkels Wahlversprechen. Die europäische Gemeinschaftswährung klettert um einen halben Rappen auf 1,2462 Schweizer Franken.

Berlin will die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft vom Export verringern und setzt auf eine Ankurbelung der Binnenkonjunktur. Merkels Mittel: Mehr Kindergeld, Mütterrente, höhere Steuerfreibeträge für Kinder und gut vier Milliarden Euro mehr für Infrastruktur. 28,5 Milliarden Euro warten auf die Deutschen, wenn Sie das Kreuz auf dem Wahlzettel ganz oben machen.

Dem Euro gefällt Merkels Konjunkturprogramm, das Amerikaner, Franzosen und unlängst selbst der scheidende Notenbankchef der Bank von England, Mervyn King, seit langem fordern. Man hofft auf Ausgleichseffekte innerhalb des Währungsraums. Durch einen wirtschaftlichen Boom in Deutschland sollen die Rezessionen in Südeuropa weniger gravierend ausfallen.

Das Prinzip: Der deutsche Staat gibt mehr Geld aus, wodurch seine Zinskosten steigen. Es findet eine Angleichung zwischen den Renditen von Bundesanleihen und den Renditen südeuropäischer Staatsanleihen statt. In den letzten Jahren waren die Zinsen extrem stark auseinandergelaufen, was zu einer starken Aufwertung des Schweizer Frankens führte. Nun kommt der umgekehrte Effekt zum tragen.

Auch der Kurs des Euros zum US-Dollar scheint von Merkels-Wahlgeschenken zu profitieren. Die Einheitswährung kletterte seit letzten Mittwoch von 1,2837 auf 1,3042 USD (+1,6%).