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09.06.13

Devisenreserven steigen auf Rekordhoch bei 441 Milliarden Franken

Hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Währungsmarkt interveniert? In Anbetracht eines steilen Anstieges der Devisenreserven liegt diese Schlussfolgerung nahe. Allerdings bestand zu einem Eingreifen überhaupt keine Notwendigkeit, weil der Eurokurs bis auf 1,2650 CHF nach oben schoss. Die SNB macht vielmehr Gewinne, wie sie aus der Hedgefonds-Branche bekannt sind.


Die Devisenreserven der Nationalbank stiegen von 436 Milliarden Franken per Ende April auf 441 Milliarden Franken per Ende Mai. Das bisherige Rekordhoch vom März bei 438 Milliarden Franken wurde damit übertroffen. Seit der Einführung des Mindestkurses schwoll der Bestand ausländischer Währung um 142 Prozent an. Im August 2011 beliefen sich die Devisenreserven auf 182 Milliarden Franken.

Der jüngste Anstieg der Devisenreserven sei aufgrund von Bewertungseffekten und nicht wegen neuen Käufen zustande gekommen, zitiert der Finanzdienst Bloomberg den Ökonomen Alexander Koch von UniCredit. Man erachte eine Anhebung des seit September 2011 bei 1,20 Franken liegenden Euro-Mindestkurses als sehr unwahrscheinlich.

Antriebsfeder der zunehmenden Devisenreserven waren Wechselkursaufwertungen des Euros und US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken. Die Gemeinschaftswährung kletterte am 22. Mai auf ein Zweijahreshoch bei 1,2650 Franken. Am gleichen Tag stieg der Dollarkurs mit 0,9838 CHF auf den höchsten Stand seit August 2012.

Wechselkursgewinne, wie sie viele Hedgefonds anstreben, und nicht Euro-Stützungskäufe waren somit die Ursache der Erhöhung der Devisenreserven. Sollte die gegenwärtige Frankenstärke mit Kursen von EUR/CHF 1,24 und USD/CHF 0,94 anhalten, würden die Devisenreserven wieder sinken.