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17.04.13

US-Kritik am Mindestkurs kratzt die nächste Schutzschicht ab

Inzwischen schafft er es noch nicht einmal mehr über 1,22. Die Rede ist vom Eurokurs CHF, der zur Wochenmitte mit einem Abwärtsdrall ausgestattet bei 1,2145 CHF notiert. Die Schweiz wird zukünftig ein wenig mehr Rücksicht auf ihre internationalen Partner nehmen müssen. Das gilt seit längerem für die Steuerpolitik und nun auch für die Währungspolitik.

Der jüngste Bericht des US-Finanzministeriums zur Währungspolitik der wichtigsten Handelspartner wiegt offenbar auf der Glaubwürdigkeit des Mindestkurses. "EUR/CHF tendierte weiter nach unten. Wir schreiben diese neuerliche CHF-Stärke nicht nur der Verengung der Zinsspannen zu, sondern auch der impliziten Kritik der US-Regierung am Mindestwechselkurs, schreibt die Credit Suisse in einem Analysebericht.

Die USA wollen eine Rückkehr der Schweiz zu flexiblen Wechselkursen. Die Berner-Regierung solle ihre Abneigung gegen freie Wechselkurse aufgeben, sobald sich die Bedingungen in Europa verbesserten, fordert der neue US-Finanzminister Jack Lew.

Doch wann ist diese Besserung in Sicht? Gemäß dem am Dienstag veröffentlichten Wirtschaftsausblick des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird sich das Wachstum in der Eurozone von -0,3 Prozent in diesem Jahr auf 1,1 Prozent im nächsten Jahr beschleunigen. Demzufolge müsste im ersten Quartal oder zweiten Quartal 2014 Schluss sein mit dem Mindestkurs.

Für die Schweizer Wirtschaft scheint ein größerer Anpassungsprozess unausweichlich. Der Exporterfolg vieler Unternehmen ist sklavisch an den Mindestkurs gekettet.

Darüber hinaus warnte die Schweizerische Nationalbank (SNB) zuletzt vor einem "historischen Kreditvolumen" und anhaltend steigenden Immobilienpreisen, was die SNB mit der drastischen Ausweitung der Geldmenge über den Ankauf von Fremdwährung freilich billigend in Kauf nahm.