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06.04.13

SNB spendiert dem Euro-Mindestkurs 8 Mrd. Franken

Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) steigen auf ein Rekordhoch. Dahinter dürften aber keine Verteidigungskäufe in Verbindung mit dem Euro-Mindestkurs bei 1,20 CHF stecken. Vielmehr ist die Zunahme auf die Wertentwicklung anderer Portfoliobestände zurückzuführen. "Die Schweiz wird Europas größter Hedgefonds", titelte die deutsche Zeitung "Die Welt" im Januar.

Auf 438,30 Milliarden Franken belief sich Ende März der Gegenwert ausländischer Währungen in den Tresoren der Nationalbank. Im Februar waren es 429,99 Milliarden Franken. Der steile Anstieg kommt ein wenig überraschend. Eine so hohe Zunahme hatte es zuletzt im September gegeben. Seinerzeit notierte der Eurokurs enger an der Untergrenze von 1,20 CHF als im März.

Der Anstieg sei primär auf Wertveränderungen der Bestandsgrößen in der SNB-Bilanz zurückzuführen, erklärt der UBS-Chefökonom Schweiz Daniel Kalt im Gespräch mit AWP. Der amerikanische, der australische sowie der kanadische Dollar hätten sich gegenüber dem Franken zuletzt aufgewertet.

Neben dem Euro, der mit 49 Prozent das Devisenportfolio dominiert, hält die Nationalbank vor allem US-Dollar (28 Prozent). Weil der Dollar im März gegenüber dem Schweizer Franken aufwertete, vergrößerte sich sein Gegenwert, was am Ende der Kette maßgeblich dazu beigetragen haben dürfte, dass sich die Fremdwährungsbestände um acht Milliarden Franken erhöhten.

Die Entwicklung der Sichtguthaben der Schweizer Banken bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bestätigt dies. Sie sanken im März von 286 Milliarden Franken auf 284 Milliarden Franken. Nur ein Anstieg wäre ein Indiz dafür, dass die Nationalbank frische Franken für Euro-Stützungskäufe gedruckt hat.