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19.03.13

Noch steht der Eurokurs über 1,22 Franken…

das könnte sich am Donnerstag schlagartig ändert. Dann sollen in Zypern die Banken geöffnet werden. Viele zyprische Bankkunden ausländischer Herkunft dürften sodann die Nase voll von der Eurozone haben. Wenn sie Geld im großen Stil abziehen, würde der Wechselkurs des Euros zum Schweizer Franken nicht ungeschoren davon kommen.


Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,2247 Franken. Am Montag rutsche der Eurokurs zwischenzeitlich auf 1,2165 CHF. Gegenüber dem US-Dollar steht der Euro momentan bei 1,2930 USD. Das sind acht Cents weniger als am 1. Februar. Die Italien-Wahl und die Enteignung zyprischer Bankkunden haben Spuren hinterlassen.

Der Euroraum ist angeknackst. Der griechischen Schuldenschnitt Teil 1 (Teil 2 kommt nach den deutschen Bundestagswahlen im Herbst) war der erste Tabubruch. Bis dahin hieß es, Staatsanleihen aus dem Euroraum seien absolut sicher. Wenn Banken die Papiere kauften, musste sie dafür kein Eigenkapital vorhalten.

Nun wird mit den Spareinlagen die zweite tragende Säule der Währungsunion angebrochen. Kunden zyprischer Banken werden zur Kasse gebeten. So etwas wäre vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen. Das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung schwindet. Es gibt erst seit elf Jahren Euro-Bargeld, aber jede Menge Tabubrüche wie in Lateinamerika der 1980er und 1990er Jahre.

Alternativen gibt es keine. Solle man Zyperns Regierenden das Geld zum Nulltarif zukommen lassen? Damit diese wie einst Griechenland die Eurogruppe am Nasenring durch die Manege zieht. Zypern weigert sich seit mehr als einem halben Jahr Reformen anzustoßen und Privatisierungen voranzutreiben.