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18.02.13

Eurokurs am Nachmittag mit Zwischenhoch bei 1,2344 CHF


Am Devisenmarkt klettert der Euro am Montagnachmittag auf 1,2344 Franken. Die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten bleibt groß. Daran können auch Italiens Parlamentswahlen und das kommunistisch regierte Zypern nichts ändern. Selbst Griechenland, der einst größte Feind eines steigenden Euro CHF Kurses, vermag durch das Gerede über einen zweiten Schuldenschnitt kein Unheil anzurichten.

Der Eurokurs ist auf dem Weg zur oberen Begrenzungslinie der Seitwärtsbewegung, in der er sich seit zwei Wochen aufhält. Die liegt bei 1,2370 CHF und ist zugleich ein Widerstand. Sollte Silvio Berlusconi bei den Wahlen am kommenden Wochenende nicht abermalig an die Macht gespült werden, könnte es zu einem Ausbruch in Verbindung mit einem Anstieg auf 1,25 CHF kommen.

Die Mailänder Medienmogul will im Falle eines Wahlsieges Wirtschaftsminister werden. In das Amt des Ministerpräsidenten will ihn sein Bündnispartner Lega Nord auf keinen Fall wählen. Allerdings kommt das von Berlusconi angeführte Mitte-Rechts-Lager auf lediglich rund 30 Prozent. Die politische Linke von Pier Luigi Bersani könnte mit der Partei des technokratischen Premiers Mario Monti an die Macht kommen.

In Zypern findet am Sonntag eine Stichwahl statt. Der von Brüssel favorisierte konservative Kandidat Nikos Anastasiades dürfte die Wahl gegen den von den Kommunisten unterstützten Herausforderer gewinnen und damit den Weg frei für ein EU-Hilfspaket machen.

Griechenlands Finanzminister Yannis Stournaras gibt derweil im Parlament und gegenüber dem "Bild"-Zeitung kund, dass er am liebsten sofort einen zweiten Schuldenschnitt haben will, wird sich damit aber noch bis nach den deutsche Bundestagswahlen im September gedulden müssen.

Sollten die politischen Ereignisse in Südeuropa börsenfreundlich verlaufen, wonach es derzeit aussieht, könnte man sich an den Finanzmärkten auf zentrale Konjunkturdaten konzentrieren. Erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung in Italien und Spanien dürften die Kapitalabflüsse von der Schweiz in den Euroraum forcieren. Der Eurokurs könnte infolgedessen das 20-Montashoch vom 18. Januar bei 1,2570 CHF überspringen.