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07.02.13

Euro-Bashing 2.0! Manipuliert Euroland bald den Wechselkurs?

Der scheidende Chef der Euro-Finanzminister trat die Debatte über den hohen Eurokurs los. Jean-Claude Juncker sprach Mitte Januar von einem "gefährlich hohen Niveau" des Euros. Damals notierte die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar bei 1,33. In der Zwischenzeit legte der Euro weiter zu. Am 1. Februar klettert er auf ein 14-Monatshoch bei 1,3711. Aktuell steht das Devisenpaar bei EUR/USD 1,3570.

"Eine Währungszone muss eine Währungskurspolitik haben, andernfalls setzt sie sich Umtauschkursen aus, die nicht dem Stand ihrer Wirtschaft entsprechen", sagte Frankreichs Präsident Francois Hollande am Dienstag bei einer Rede vor dem europäischen Parlament. Der Sozialist fügte hinzu, er wolle den Wechselkurs nicht den Stimmungen der Finanzmärkte überlassen.

So war das damals bei der Einführung des Euros nicht ausgemacht, dürfte sich Deutschland denken. Flexible Wechselkurse seien am besten dazu geeignet ökonomische Fundamentaldaten widerzuspiegeln, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert gestern in Berlin. "Es ist die Überzeugung der Bundesregierung, dass er (der Euro) im historischen Vergleich nicht überbewertet ist."

Die Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung gibt Seibert recht. Der Euro schwankte zwischen Oktober 2000 und Juli 2008 von 0,82 USD bis 1,60 USD. Das aktuelle Niveau bei knapp 1,36 ist vollkommen innerhalb der Norm. Die Aufwertung der letzten Monate von 1,2662 am 13. November auf 1,3711 am 1. Februar zeigt die Rückkehr ausländischen Kapitals in die Eurozone.

"Ich bin über das hohe Niveau des Euros besorgt", sagte der griechische Finanzminister Yannis Stournaras im Gespräch mit dem Finanzdienst Bloomberg. Der Eurokurs sei für Griechenland nicht so problematisch, weil der Großteil der hellenischen Exporte in die Eurozone gehe. "Aber ja, insgesamt gibt es ein Problem mit dem Niveau des Euros", fügte Stournaras an.

Das Niveau des Euros bereite ihm keine Sorgen, erläuterte Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden. Die Stärke der Gemeinschaftswährung folge der ökonomischen Realität. "Ich meine, er spiegelt die Fundamentaldaten der Eurozone wider", sagte Frieden in Zürich.