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31.01.13

Mit dem Rücken zur Wand? Abwärtsrisiken für EUR/CHF steigen

Der Euro kommt zum Franken nicht auf die Beine. Die Gemeinschaftswährung notiert um 17:05 Uhr MEZ bei 1,2360 Franken. Kurz vor Mittag fiel der Eurokurs zum zweiten Mal an diesem Tag auf das Wochentief bei 1,2333 CHF. Die Devisennotierung Euro Dollar ist weiter in Höchstforum. Sie steht kurz davor die Marke von EUR/USD 1,36 zu überspringen.

Solange die US-Notenbank Fed Geld pumpt, scheint der Euro im direkten Vergleich zum Dollar die bessere Alternative zu sein. Der Offenmarktausschuss (FOMC) beließ wie erwartet den US-Leitzins bei 0-0,25 Prozent. Man werde solange Anleihekäufe durchführen, bis die Arbeitslosenrate auf 6,5 Prozent falle, teilte die Fed gestern Abend in Washington mit.

Zinspolitik

Auf mittlere Sicht steigen die Abwärtsrisiken sowohl für den Euro Dollarkurs als auch auf die Notierung Euro Franken. Die deutsche Inflationsrate sank von 2,1 Prozent im Dezember auf 1,7 Prozent im Januar. Damit liegt die jährliche Teuerung deutlich unter der Zweiprozentmarke. Die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) steigt.

Zwar sind sich Experten einig, dass eine Senkung des Schlüsselzinses von 0,75 auf 0,50 Prozent nicht zu einer Ausweitung der Kreditvergabe in Südeuropa führen dürfte. Jedoch könnte sich die EZB gezwungen sehen etwas gegen den starken Euro zu tun, der die Teuerung übermäßig nach unten drückt und damit Abwärtsrisiken für die Preisstabilität verursacht.

Bei einer EZB Leitzinssenkung könnte der Euro Richtung Mindestkurs bei 1,20 CHF gepresst werden. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) müsste womöglich den Einlagenzins, mit dem sie Guthaben der Schweizer Banken verzinst, ins negative Terrain verschieben, um Aufwertungsdruck vom Franken zu nehmen.