26.8.12

CHF Prognose Credit Suisse: Euro auf 1,22 CHF, aber erst 2013

Moderate Schweizer Franken Prognosen bei EUR/CHF 1,21 und 1,22 macht die Credit Suisse. Das zweitgrößte Geldhaus der Eidgenossenschaft sieht den Mindestkurs nicht in Gefahr. Fremdwährungskreditnehmer können ein wenig aufatmen. Allerdings besteht auch kein substanzielles Aufwertungspotential.

„Der CHF ist gegenüber dem EUR nach wie vor überbewertet und dürfte hoch bewertet bleiben“, schreiben die Chefs für Research und globale Währungsstrategie, Marcus Hettinger und Joe Prendergast, in einer Investorennotiz vom 2. August 2012. „Wir halten den Mindestkurs der Schweizerischen Nationalbank (SNB) für EUR/CHF bei 1,20 weiter für glaubwürdig. Die Zinsspreads sind aber eng und dürften sich kaum zugunsten des EUR entwickeln. Daher ist unsere Einschätzung neutral.“

Aktuell notiert der Eurokurs bei 1,2005 CHF. Damit sich die Schweizer Franken Prognose bis Anfang November 2012 bei EUR/CHF 1,21 pro Euro als richtig herausstellt, müsste die Gemeinschaftswährung um einen Cent steigen. Für wenige Augenblicke gelang ihr dies am 6. August 2012, als der Eurokurs auf 1,2092 CHF hochschoss. Allerdings kehrte das Devisenpaar nach wenigen Minuten in seine Lethargie zurück und verbringt seitdem die meiste Zeit unter 1,2010. Die Credit Suisse CHF Prognose bis August 2013 liegt bei 1,22.

Die Nationalbank könne ihre Bilanzsumme noch ein gutes Stück weiter aufblähen, um den Mindestkurs zu verteidigen, meint die Credit Suisse. Die Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank befänden sich auf einen „handhabbaren Niveau“. Das Verhältnis zwischen den Fremdwährungsbeständen und dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist geringer als das von vergleichbar offenen asiatischen Volkswirtschaften wie Singapur und Hongkong.

Zeit kaufen

Fachleute weisen ferner darauf hin, dass die SNB mit der Einführung von negativen Einlagenzinsen noch ein Ass im Ärmel habe. Notenbankchef Thomas Jordan könnte es seinem dänische Kollegen Nils Bernstein gleich tun, und den Zinssatz, zu dem Einlagen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank verzinst werden, auf -0,20 Prozent senken.

Die Schweizerische Nationalbank spielt im Endeffekt auf Zeit, wie es auch die Europäische Zentralbank tun muss. Entscheidend ist, ob sich Italien und Spanien von ihren Sozialstaatsmodellen auf Pump verabschieden und durch Wirtschaftsreformen auf den Wachstumspfad finden. Euro-Pessimisten nennen in diesem Zusammenhang immer wieder den Arbeitsmarkt.

Die wissenschaftliche Grundlage des Euros basiert auf der Mobilität von Arbeitskräften, wodurch die Wechselkursschwankungen zwischen DM zu Lira und Peseta ausgeglichen werden sollen. Von einem kohärenten Arbeitsmarkt sei man im Euroraum meilenweit entfernt. In Spanien dürfen Arbeitslosen- und Sozialhilfeempfänger beispielsweise ohne Gegenleistung zu Hause verweilen, während ihnen in Deutschland und den Niederlanden die Bezüge gekürzt werden, wenn sie keine Gegenleistung erbringen.

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