28.6.12

Die deutsche Abwehrschlacht gegen Italien beginnt in Brüssel

Entmutigt man die Italiener, könnte das „politische Kräfte“ freisetzen, die die europäische Integration und den Euro „zur Hölle fahren lassen“, sagt Italiens Regierungschef Mario Monti bei seiner Ankunft in Brüssel. Monti will, dass der ESM-Rettungsschirm italienische Staatsanleihen ankauft, damit die Zinsen sinken. Die Renditen für Zehnjahrespapiere des Stiefellandes steigen derweil auf 6,28 Prozent.

Die Schuldenkrise dauere nur deshalb an, weil die Anpassungen in den Problemländern verschleppt würden, ließ die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, über Regierungskreise verlauten. Damit nimmt sie sich neben Monti auch den spanischen Premier Mariano Rajoy zur Brust, der in den letzten Monaten eine Horror-Kommunikation bei den Problemen des spanischen Bankensektors hinlegte und vom IWF vorgeschlagene Reformen ignorierte.

„Man werde auf dem Gipfel über die Käufe von italienischen- und spanischen Staatsanleihen sprechen“, stellt der finnische Premierminister Jyrki Katainen fest. Finnland empfiehlt den klammen Euroländern Italien und Spanien die Ausgabe von Pfandbriefen. Mithilfe dieses Instrumentes haben sich die Finnen Anfang der 1990er Jahr erfolgreich aus einer tiefen Wirtschaftskrise befreit.

„Ich bin für schnelle Lösungen, um Staaten in Schwierigkeiten zu helfen“, erläutert Frankreichs Präsident Francois Hollande gegenüber Reportern in Brüssel. Ohne Italien oder Spanien explizit zu nennen, erwähnt Hollande, dass einige Euroländer große Anstrengungen unternommen hätten, um ihre Staatshaushalte in Ordnung zu bringen.

„Die europäische Solidarität muss zu Eurobonds führen. Dies ist die einzige Lösung“, fordert der ehemalige Ministerpräsident Italiens, Romano Prodi. Vor zwei Tagen sagte die deutsche Kanzlerin noch, dass es keine Eurobonds geben werde, solang sie am Leben ist.

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